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Lebenslieder

Kopf von Frau, Perspektive von links nach rechts (schwarz-weiß)

"But I survived - I'm still breathing - I'm alive“

„Aber ich habe überlebt - ich atme immer noch - Ich lebe“

So heißt es im Song “Alive“ von Sia. Mein (Über)Lebenslied.

Musik besitzt so viele Facetten und Gesichter, so viele Gedanken und Stimmungen. In meinen schwersten Stunden hat mir unter anderen Musik geholfen, nicht komplett zu verzweifeln. Und sei es erst einmal nur dafür, die nicht so schönen Gedanken im Kopf damit zu übertönen. Musik bewegt einen. Musik nimmt einen gefangen. Musik unterhält. Musik hilft. Dazu bedarf es natürlich auch der „richtigen“ Musik. Was für einen richtig ist, entscheidet jeder für sich selbst.

Meine Lebenslieder sind kraftvoll, mit Ausdruck. Sie sagen mir, gib nicht auf, halte durch. Du kannst es schaffen. Neben Sia mit ihrer überwältigenden Stimme stehen auf meiner Liste „I Want To Break Free“ von Queen und „Welcome Home“ von Radical Face. Diese drei Songs sind meine SOS-Playlist. Zumindest in der Theorie.

Leider schaffe ich es meistens nicht, in Notlagen darauf zurückzugreifen. In der Therapie habe ich gelernt, dass eine Unterbrechung eines starken negativen Gefühls wie der Angst (die mich hier und da umtreibt) u.a. mit körperlichen Außenreizen möglich ist. Dazu zählt z.B. sich seiner Körpergrenzen bewusst zu werden, indem man sich genau darauf fokussiert. Eine andere Möglichkeit ist ein Wärme- und/oder Kältereiz auf den Körper. Oder eben ein auditiver Reiz über das Hören von bestimmter Musik.

All diese Dinge müssen aber trainiert werden. In der Theorie helfen sie einem in einer Notlage so gut wie gar nicht. Für mich bedeutet das also, meine SOS-Playlist jeden Tag zu hören, unabhängig davon, wie es mir gerade geht. Nur so lässt sich ein Automatismus für den Notfall einüben.

Ich bin dabei. Ich hoffe, ihr auch.

Von Ricarda


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