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Aushalten & Füße im Sand

Füße und daneben Laterne stehen im Sand

Etwas, was ich in der Therapie meiner Depression, aber auch meiner Ängste und anderer unangenehmer Gefühle, gelernt habe, ist das sogenannte Aushalten. 

Sind unangenehme Gefühle erst einmal da, möchten wir in der Regel nichts anderes als sie so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Leider führt ein Verdrängen oft dazu, dass sie sich nur noch verstärken und wir uns noch schlechter fühlen.

Was also tun?

Ein hilfreicher Gedanke dabei ist folgender: Der Körper kann Gefühle nicht ewig aufrechterhalten. Gefühle verschwinden also quasi von ganz alleine wieder. Es ist nur eine Frage der Zeit. Was einem dabei eben unterstützen kann, ist, die Gefühle nicht weghaben zu wollen, sondern sie anzunehmen und sie auszuhalten. Warum Energie verschwenden und gegen etwas kämpfen, was relativ aussichtslos ist? In den Momenten unangenehmer Gefühle fressen ja allein schon diese Gefühle wahnsinnig viel Energie. Nutze daher das, was noch verbleibt, dazu, auf gute Weise damit umzugehen.

Was hat das nun mit Füßen im Sand zu tun?

Mein in den letzten Monaten unbewusst entstandener Zugang zum Thema Aushalten ist es, am Strand barfuß durch den Sand und auch durchs Wasser zu gehen. Und zwar ganz unabhängig von Jahreszeiten und Wetter. Gerade in den kälteren Jahreszeiten ist es eine unglaublich tolle Erfahrung, die Kälte zu spüren und damit auch irgendwie sich zu spüren. Seinen Körper zu spüren, die Umwelt zu spüren, mit der Umwelt eins zu werden und eben auch, etwas, in diesem Fall nämlich die Kälte, auszuhalten. Im Winter sollte man damit natürlich vorsichtig sein und sich auch generell erst einmal an den Reiz von Kälte gewöhnen.

Mir tut es jedenfalls gut. Es schafft für mich einen Ausgleich. Es übertönt nicht so gute Gefühle in meinem Körper und es lehrt mich, auszuhalten.

Das Gleiche kann man natürlich auch im Hochsommer tun, wenn der Sand sich richtig heiß unter den Füßen anfühlt. Oder man fängt ganz einfach daheim unter der Dusche damit an, sich mal Wärme- und Kältereizen auszusetzen. Natürlich immer nur bis zu der Grenze des eben Aushaltbarem. Der Vorteil von Wärme, also z.B. eine heiße Dusche oder ein heißes Bad oder sich ganz warm einkuscheln, ist der, dass es ein wohliges, gutes und geborgenes Gefühl bringt. Also auch eine gute Möglichkeit, unangenehme Gefühle in etwas Positiveres umzuwandeln.

Aushalten kann sehr viele Facetten haben und es hat sicherlich jeder einen anderen Zugang dazu. 

Teilt daher gerne eure Ideen und Gedanken zu dem Thema hier.

Von Ricarda


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